Werkstatt

Meine Werkstatt ist der Ort, an dem aus Fasern, Farben und Ideen textile Arbeiten entstehen. Mal beginnt die Arbeit beim Rohmaterial, mal bei einer Farbe und manchmal beim besonderen Verhalten eines Garns am Webrahmen.

Hier zeige ich dir, was hinter den verschiedenen Linien von Wildfarbendesign steckt.

Nature Line

Die Nature Line wächst nicht von einem fertigen Plan aus. Vieles entsteht nebenbei und manches braucht seine Zeit.

Ich spinne, weil ich diese Arbeit liebe. Dabei probiere ich ganz unterschiedliche Kammzüge aus: weiches Merino, raue Islandwolle, naturgraue norwegische Wolle oder regionale Wolle vom Coburger Fuchs. So entsteht nach und nach ein Vorrat an handgesponnenen Garnen, jedes mit seinen eigenen Eigenschaften.

Währenddessen wächst im Färbergarten mein Farbvorrat. Ich säe, pflanze und ernte Färberpflanzen, trockne sie und setze einen Färbertopf an, wenn mir nach einer bestimmten Farbe ist oder ich für ein Projekt schon eine Farbe im Kopf habe. Auch hier lässt sich nicht alles bis ins Detail vorherbestimmen. Die Pflanzen bringen ihre eigenen Farbtöne und Nuancen mit.

Und irgendwann kommen die Dinge zusammen. Wenn ich eine Idee für ein Webstück habe, gehe ich zu meinem Garnvorrat, suche passende Garne aus und beginne zu weben. Dabei treffen unterschiedliche Fasern, Farben und Strukturen aufeinander und werden zu etwas Neuem.

So entsteht die Nature Line aus dem, was mich beim Spinnen, Färben und Weben gerade beschäftigt – und aus dem, was die Materialien selbst mitbringen.

Colour Line

Bei der Colour Line beginnt die Arbeit mit einer Naturbegegnung. Oft habe ich ein ganz bestimmtes Bild vor Augen, weil ich eine Stimmung genau so gesehen oder erlebt habe: den Morgennebel über einer Landschaft, das klare Blau eines Gletschersees, eine blühende Rose oder die Farben eines Herbsttages.

Aus diesem Bild entsteht eine Farbidee. Ich versuche nicht, eine einzelne Farbe möglichst genau nachzuahmen, sondern die Stimmung in mehreren Farbtönen einzufangen. Mit Säurefarben kann ich diese Farben miteinander mischen und auf einem einzigen Wollstrang ganz unterschiedliche Nuancen entstehen lassen.

Dafür arbeite ich bewusst mit gekauftem Wollgarn. So kann ich mich ganz auf die Farbgestaltung konzentrieren und muss nicht zuerst das Garn selbst herstellen. Kette und Schuss färbe ich jeweils als eigene Stränge und stelle sie so aufeinander ab, dass sie später im Gewebe miteinander harmonieren.

Dabei gibt es keine Färbung zweimal ganz genau gleich. Auch wenn ich mich immer wieder mit derselben Stimmung beschäftige, wird jeder einzelne Strang von Hand gefärbt und entwickelt seine eigenen Nuancen. So entstehen aus derselben Idee immer wieder neue Varianten, die sich ähneln und doch nie ganz gleich sind.

Spannend wird es dann am Webrahmen: Was auf den einzelnen Strängen zunächst wie eine eigene Farbwelt aussieht, begegnet sich im Gewebe wieder. Farben mischen sich optisch, treten hervor oder nehmen sich zurück und verändern dadurch noch einmal die ursprüngliche Stimmung.

So wird aus einer erinnerten Naturbegegnung nach und nach ein Gewebe – und jeder Schal zu einem Einzelstück.

Cotton Line

Die Cotton Line hat mit meinen ersten Versuchen am Webrahmen begonnen. Ich habe damals mit einem Cotton Slub Garn gearbeitet und war sofort begeistert davon, wie leicht und luftig sich das Gewebe anfühlt. Baumwolle verhält sich beim Weben ganz anders als Wolle und eröffnet dadurch eine ganz eigene Art zu gestalten.

Das Flammgarn bringt dabei bereits seine eigene Struktur mit. Die unregelmäßigen Verdickungen und feineren Stellen im Garn sorgen dafür, dass auch im fertigen Gewebe eine lebendige, zufällige Struktur entsteht.

Für die Cotton Line steht eine kleinere, ruhigere Farbpalette zur Verfügung. Ich kombiniere daraus vor allem die zurückhaltenden Farbtöne und probiere aus, welche Farben schön miteinander harmonieren.

Die Baumwolle macht die Schals leicht und angenehm zu tragen. Gerade für Menschen, die Wolle als zu warm oder kratzig empfinden, ist sie eine schöne Alternative.

So ist mit der Cotton Line eine leichtere Variante meiner handgewebten Schals entstanden – mit einer ganz eigenen Haptik und Leichtigkeit.

Noch mehr Einblicke in meine Arbeit

In meinem Blog nehme ich dich mit in den Färbergarten, an das Spinnrad und an den Webrahmen und erzähle mehr über die Materialien, Techniken und Projekte, die in meiner Werkstatt entstehen.