
Ich bin Verena und lebe mit meiner Familie in einem Drei-Generationen-Haus am Rande des Nordschwarzwalds. Mein Alltag hat keinen festen Rhythmus. Er richtet sich nach den Jahreszeiten.
Im Sommer bestimmen Garten, Gemüse und Färberpflanzen meine Tage. Säen, pflegen, ernten und verarbeiten gehören genauso dazu wie die vielen kleinen Aufgaben, die ein Garten mit sich bringt. Im Winter wird es ruhiger. Dann bleibt mehr Zeit für die Arbeit in der Werkstatt, während draußen Brennholz gemacht und die Öfen geheizt werden.
Dieses Leben habe ich mir bewusst ausgesucht. Unser Garten macht viel Arbeit, aber für mich ist er weit mehr als ein Ort, an dem Gemüse wächst. Einen Teil unserer Lebensmittel selbst anzubauen und Pflanzen für meine Arbeit direkt vor der Haustür wachsen zu sehen, bedeutet mir viel.
Die Natur ist deshalb nicht nur eine Inspiration für Wildfarbendesign. Sie ist Teil meines Alltags und beeinflusst ganz selbstverständlich, womit ich mich beschäftige und wann ich etwas tue.
Schon immer mit den Händen
Mit textilen Materialien beschäftige ich mich, seit ich denken kann. Meine Mutter hat mir Stricken, Häkeln, Sticken und Nähen beigebracht. Schon als Kind habe ich mit Stoffen experimentiert und versucht, etwas Eigenes entstehen zu lassen. Über zwanzig Jahre lang waren Patchwork und Quilten meine große textile Leidenschaft.
Geblieben ist die Freude daran, mit den eigenen Händen etwas entstehen zu lassen. Ich mag die Haptik und die natürlichen Eigenschaften von Materialien und die unzähligen Möglichkeiten, die in einer Faser, einem Faden oder einem Stück Stoff stecken.
Und ich bin neugierig. Eine Technik, ein Muster oder eine Farbkombination kann mich so faszinieren, dass ich unbedingt herausfinden möchte, wie sie funktioniert und was daraus in meiner eigenen Art zu gestalten entstehen könnte.
Von der Pflanze zum Garn
Als ich mit meiner Familie aufs Land zog, wurde die Natur immer mehr zu einem festen Bestandteil meines Alltags. Ich war viel draußen unterwegs und begann mich dafür zu interessieren, welche Pflanzen um mich herum wachsen und was sich mit ihnen machen lässt.
Aus dieser Neugier heraus absolvierte ich eine Ausbildung zur Wildkräuterpädagogin. Während dieser Zeit entdeckte ich die Färberpflanzen für mich und begann, mit ihren Farben zu experimentieren. Zunächst auf Papier, später auf Stoff und schließlich mit Garnen.
Besonders mag ich die eher leisen Farben der Natur: das natürliche Grau, Schwarz und Weiß von Schafwolle, sanfte Pflanzenfärbungen und gedeckte Farbtöne, die an Landschaften und Stimmungen erinnern. Farben dürfen dabei durchaus einmal kräftiger sein. Wichtig ist mir, dass sie harmonieren und ihre Verbindung zur Natur behalten.
Auch das Musterdesign hat mich eine Zeit lang beschäftigt. Die Ausbildung hat mir einen anderen Blick auf Gestaltung und Muster eröffnet. Gleichzeitig habe ich dabei gemerkt, dass ich zwar gestalten möchte, aber nicht den größten Teil meiner kreativen Zeit vor einem Bildschirm verbringen will. Ich möchte Material in den Händen haben, ausprobieren und erleben, wie aus einer Idee etwas Echtes entsteht.
Vom Faden zum Gewebe
Mein Weg zum Weben begann mit meinem eigenen Flachs. Ich wollte nicht nur erleben, wie die Pflanzen wachsen, sondern auch herausfinden, was aus ihnen entstehen kann. Um meinen Flachs weiterzuverarbeiten, begann ich zunächst das Spinnen zu lernen.
Aus dem ersten Versuch wurde schnell eine neue Leidenschaft. Aus Pflanzen wurden Fasern, aus Fasern wurde Garn – und irgendwann wollte ich wissen, was sich daraus weiter entwickeln lässt. Da Stricken und Häkeln mich nie so richtig begeistert haben, bin ich schließlich beim Weben gelandet.
Was mich daran bis heute fasziniert, ist die Verbindung aus Ruhe und Möglichkeit. Ich kann mich ganz in einen Prozess vertiefen und gleichzeitig immer wieder etwas Neues entdecken. Eine Idee muss nicht sofort funktionieren. Erst einmal ausprobieren, verändern, noch einmal versuchen und sehen, wohin sie führt – genau das macht für mich den Reiz aus.
Was hinter Wildfarbendesign steckt
Wildfarbendesign ist für mich mehr als das Herstellen schöner Dinge.
Ich möchte nicht einfach möglichst viele Produkte anbieten. Hinter jedem Stück und jeder Serie soll eine eigene Idee, ein Prozess oder eine Entdeckung stehen. Manchmal beginnt etwas mit einer Farbe, manchmal mit einem Material, einem Muster oder einer Technik, die mich nicht mehr loslässt.
Ich möchte herausfinden, was daraus werden kann und wie es in meine eigene Farb- und Formensprache passt. Deshalb entstehen bei Wildfarbendesign kleine Serien und immer wieder neue Arbeiten, die von meiner persönlichen Beziehung zur Natur und zum Material geprägt sind.
Am Ende soll ein Stück von Wildfarbendesign nicht einfach nur ein Produkt sein. Es soll sich echt anfühlen: als etwas, das mit Zeit, Sorgfalt und den eigenen Händen entstanden ist und seine ganz eigene Geschichte mitbringt.
Vielleicht hast du jetzt ein kleines Bild davon bekommen, wer hinter Wildfarbendesign steht und warum mir das Arbeiten mit Natur, Farbe und textilen Materialien so wichtig ist.
Wenn du mir schreiben möchtest, freue ich mich über deine Nachricht.
