Ein neuer Webrahmen ist eingezogen – ein Erfahrungsbericht in Bildern

Ein großer Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ein Gatterkamm Webrahmen ist bei mir eingezogen, und mit ihm viele kleine erste Male. Der Aufbau, das Aufziehen der Kette, die ersten gewebten Reihen und schließlich ein fertiger Schal. Ich habe diese Schritte mit der Kamera begleitet, deshalb ist dieser Text eher ein Erfahrungsbericht in Bildern als eine ausführliche Anleitung. Der Text hält fest, was sich dabei gezeigt und angefühlt hat, während das Gewebe langsam gewachsen ist.

Auspacken und Aufbau

Juhu, das Paket ist da, schnell mal reingeschaut. Sieht super aus.

Gerade ist mein neuer Webrahmen angekommen. Ein Geburtstagsgeschenk von meiner Familie und von lieben Freunden, über das ich mich sehr gefreut habe. Besonders angenehm war, dass beim Auspacken schnell klar wurde: Das passende Werkzeug ist bereits dabei. Kein Suchen, kein Improvisieren, sondern direkt loslegen.

Ich liebe diesen kleinen, nützlichen Schraubenzieher.

Der Aufbau selbst war gut machbar und ließ sich problemlos alleine bewältigen. Die Anleitung ist verständlich, die einzelnen Schritte sind logisch aufgebaut, und nach kurzer Zeit stand mein erster Gatterkamm Webrahmen fertig vor mir. Ein schönes Gefühl – selbst ist die Frau.

Der fertige Webrahmen. Noch bin ich etwas ratlos, wie ich mit den Schnüren und Stangen und Drehknöpfen umgehen soll.

Die Kette aufziehen

Als nächstes stand das Aufziehen der Kette an. Für meinen Einstieg habe ich mich für ein Starter Kit von Berliner Webstühle entschieden. Enthalten sind neben dem passenden Baumwollgarn auch ein Onlinekurs für Anfänger von Vanny Weaves, was mir gerade für die ersten Schritte Sicherheit gegeben hat.

Ein zusätzlicher Tisch vom Balkon ermöglicht den Abstand von 2,30m.

Der Aufbau zum Schären der Kette brauchte etwas Kreativität, denn eine Tischlänge von zweieinhalb Metern ist nicht gerade Standard. Nachdem dafür aber eine praktikable Lösung gefunden war, ging es eigentlich recht entspannt voran. Das viele Hin und Her im Raum hat meine Fitnessuhr jedenfalls sehr gefreut.

Auch das Durchfädeln der Kette durch den Gatterkamm funktionierte besser als erwartet. Etwa ab der Hälfte lief es routiniert und ohne größere Probleme. Mit jeder Faser wuchs die Vorfreude darauf, endlich mit dem Weben beginnen zu können.

Alle Fäden sind durchgezogen und verknotet. Zugegeben, es sieht noch ein wenig schief aus, aber die Spannung ist gleichmäßig.

Die ersten Reihen weben

Um einen gleichmäßigen Anfang zu bekommen und etwas Abstand zu den Knoten zu gewinnen, werden erstmal ein paar Pappstreifen eingewebt.

Mit den ersten Reihen habe ich mich dafür entschieden, im Stehen zu arbeiten. Auf dem Tisch war der Rahmen für mich schlicht zu hoch, und so wurde es eine ungeplante, aber durchaus angenehme Abwechslung in der Arbeitshaltung. Wie sich das langfristig lösen lässt, wird sich noch zeigen, fürs Erste hat es gut funktioniert.

Rechtzeitig bevor der Anfang auf den Warenbaum aufgewickelt wird, mache ich einen Saumstich, um den Anfang zu sichern und die Fransen später einfach hängen lassen zu können.

Das Weben selbst ging zügig voran. Natürlich noch ohne große Kontrolle über Gleichmäßigkeit oder Rhythmus, aber mit viel Freude am Prozess. Reihe für Reihe wurde das Gewebe länger, und das Gefühl für Material und Bewegung stellte sich langsam ein.

Erste Erkenntnisse am Webrahmen

Schon nach kurzer Zeit haben sich ein paar Dinge sehr deutlich gezeigt:

  1. Weben macht süchtig😂
  2. Fehler passieren, und sie gehören dazu.
  3. Gleichmäßigkeit kommt nicht von allein, sondern braucht Übung.
  4. Weben ist eine erstaunlich staubige Angelegenheit. Nach dem Aufräumen liegen regelmäßig Flusen in beachtlicher Menge auf dem Tisch.
Ein Webfehler, entstanden durch ein paar durchhängende Kettfäden. Ist mir leider erst sehr viel später aufgefallen.

Die Punkte 1 bis 3 sind keine große Überraschung. Der Webrahmen fordert Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, Unregelmäßigkeiten zu akzeptieren. Und dass ich dabei eine Menge Spaß haben würde, war mir vorher schon klar.

Punkt 4 hat mich jedoch überrascht. Ich wusste nicht, wie sehr die Kettfäden durch den Gatterkamm beansprucht werden. Die ganzen Flusen entstehen durch die Reibung beim Anschlag und die ziemlich hohe Spannung.

Welche Erfahrungen hast du bei deinen ersten Webprojekten gemacht?

Der erste Schal

Nach vielen Runden Webnadel neu wickeln und Kette weiterdrehen, bin ich am Ende angelangt.

Der erste Schal ist fertig gewebt.

Auch an der oberen Kante mache ich einen Saumstich.

Nach dem Saumstich kam der Moment, vor dem ich kurz gezögert habe, bevor ich dann doch mutig abgeschnitten habe. Die Fransen habe ich auf eine gemeinsame Länge gekürzt und dem Schal anschließend ein lauwarmes Bad gegönnt.

Die Kettfäden durchschneiden, ein besonderer Moment.

Nach dem Trocknen habe ich noch die eingewebten Anfangsfäden abgeschnitten und ihn anschließend stolz um den Hals gelegt.

Der fertige Schal. 1,80m lang und ca. 38cm breit.

Dieser erste Schal war ein Anfang, mehr nicht und genau das fühlt sich gut an. Der Webrahmen hat seinen Platz gefunden, die Handgriffe werden vertrauter, und im Kopf formt sich bereits das nächste Projekt. Ich möchte einen Kissenbezug aus meinem selbstgesponnenen Garn weben und bin sehr gespannt, wie sich dieses andere Material verhält.

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