Das #the100dayproject ist ein internationales Kreativprojekt, bei dem sich Gestalterinnen und Gestalter für 100 Tage einer selbstgewählten Idee widmen. Im Mittelpunkt steht nicht das perfekte Ergebnis, sondern die tägliche Praxis. Es geht um Kontinuität, um Aufmerksamkeit und um die Erfahrung, was entsteht, wenn man einem Thema über einen längeren Zeitraum Raum gibt.
In diesem Jahr nehme ich erneut daran teil. Nicht mit dem Ziel, am Ende ein bestimmtes Produkt präsentieren zu können, sondern mit dem Wunsch, einen Prozess sichtbar zu machen. Los geht es am 22. Februar 2026.
100 Tage tägliche Webzeit
Für 100 Tage widme ich mich täglich dem Weben. Mindestens 15 Minuten werden es sein, manchmal bleibt es bei dieser konzentrierten Viertelstunde, manchmal wächst daraus eine längere Arbeitszeit. Entscheidend ist nicht die Dauer, sondern die Kontinuität.
Ich möchte erfahren, was entsteht, wenn ich dem Material jeden Tag ein wenig Aufmerksamkeit schenke. Ohne festen Plan. Ohne vorab definierte Serie. Ohne Erwartungsdruck an ein bestimmtes Ergebnis.
Kleine Experimente statt großes Projekt
Ein großes, durchgeplantes Werk wird es in dieser Zeit nicht geben. Mein 50 cm Gatterkamm Webrahmen bleibt frei für andere Arbeiten. Stattdessen entstehen kleinere textile Experimente auf unterschiedlichen Rahmen.
- Arbeiten auf dem Schulwebrahmen
- Selbst gebaute kleine Konstruktionen
- Versuche mit unterschiedlichen Garnen
- Kombinationen aus Weben und Makramee
- Studien zu Struktur, Dichte und Spannung
Manche dieser Arbeiten werden abgeschlossen sein, andere bleiben bewusst im Stadium einer Probe. Nicht jedes Experiment wird gelingen. Nicht jedes muss weitergeführt werden. Im Mittelpunkt steht die tägliche Praxis und die Auseinandersetzung mit dem Material, nicht das fertige Objekt.
Eine Erweiterung, kein Abschied
Nach meinen Jahren mit Pflanzenfarben, Linoldruck und handgefärbten Textilien fühlt sich das Weben nicht wie ein Neuanfang an, sondern wie eine Erweiterung dessen, was bereits gewachsen ist. Der Färbergarten bleibt, ebenso das Färben und der Linoldruck. Doch das Arbeiten am Webrahmen fügt eine weitere Ebene hinzu.
Vom Färbergarten zum Garn, vom Garn zum Gewebe entsteht eine Verbindung, die sich stimmig anfühlt. Mich interessiert, wie sich mein Blick verändert, wenn ich regelmäßig und ohne konkreten Erwartungsdruck arbeite. Wie sich Rhythmus entwickelt, wie sich meine Hände anpassen und wie aus einzelnen Fäden langsam eine Fläche entsteht, die all diese Bereiche miteinander verbindet.
Öffentlichkeit als sanfte Verbindlichkeit
Die öffentliche Ankündigung dieses Projekts ist für mich ein bewusst gewählter Rahmen. Verbindlichkeit entsteht leichter, wenn sie geteilt wird. Gleichzeitig möchte ich den Raum ruhig halten.
Deshalb werde ich nicht täglich berichten. Zweimal pro Woche gebe ich auf Instagram Einblicke in meinen Arbeitsprozess. Alle 20 Tage halte ich hier im Blog inne und schreibe ausführlicher darüber, was sich in dieser Zeit gezeigt hat, welche Fragen entstanden sind und welche Erkenntnisse sich langsam abzeichnen.
Nach 100 Tagen wird sichtbar sein, was aus dieser täglichen Praxis gewachsen ist. Vielleicht eine Sammlung kleiner Studien. Vielleicht eine neue gestalterische Richtung. Vielleicht einfach ein vertieftes Verständnis für Material und Technik.
Weiterlesen und begleiten
Wenn dich das Thema Weben und textile Handarbeit interessiert, findest du hier im Blog bereits weitere Beiträge zu meinen bisherigen Arbeiten und Gedanken rund um Garn, Gewebe und handwerkliche Prozesse.
– Ein neuer Webrahmen ist eingezogen – ein Erfahrungsbericht in Bildern
– Die Magie des Handgemachten: Wenn Natur und Kreativität verschmelzen
Auch in meinem Newsletter teile ich zusätzliche Einblicke in das Projekt, Gedanken, die hier keinen Platz finden, sowie frühe Hinweise auf neue textile Arbeiten. Wenn du diesen Prozess begleiten möchtest, kannst du dich hier für den Newsletter anmelden.
Ich würde mich freuen, wenn du in den kommenden Wochen hier wieder vorbeischaust. Hast du selbst Erfahrungen mit dem Weben oder machst auch bei der 100 Tage Challenge mit? Dann hinterlasse mir gerne einen Kommentar.
